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Durch Gott leben, handeln und sind wir (Apg 17,28)

Sind Sie ein Gewohnheitsmensch?
„Nun ja“ werden Sie sagen. „Eigentlich schon. Wer ist das nicht?“

Allgemein wird angenommen, dass ein Großteil der Menschen mit Gewohnheiten etwas Vertrautes und Sicheres empfinden. Etwas, in dem man sich geborgen fühlt. Warum auch nicht?

Nicht umsonst ist der Silvesterklassiger „Dinner for One“ ein Dauerbrenner, zeigt er doch auf perfekte Weise, dass nicht nur der dortige 90. Geburtstag immer wieder gleich abläuft – nein, auch wir Zuschauer sind hingerissen und erwarten es. Und zwar genau so.

Im richtigen Leben ist es ähnlich. Ohne Gewohnheiten oder Traditionen, auch wenn sie uns vielleicht nicht auffallen, wäre keine Entspannung möglich. Es würde keine Ruhe geben, in der wieder aufgetankt werden kann. Ohne Gewohnheit keine Tradition, ohne Tradition keine Gewissheit im Ablauf von Prozeduren. Und wer fühlt sich beim „Vater Unser“ in der Kirche denn nicht geborgen– es gibt keine Überraschungen, es ist immer gleich, the same procedure as every year. Und das ist gut so. Das entspannt.

Andererseits schläfert einen ein Übermass an gewohnten Abläufen ein. Sie lähmen einen geradezu, wenn man nicht ausbrechen kann oder darf. Hier gilt es, an Stellen anzusetzen, die erst einmal erkannt werden wollen. Wollen Sie vielleicht gerade eine große Sache im Leben ändern? Ein neues Haus, eine Hochzeit, ein Berufswechsel? Und bekommen die große Änderung nicht hin?

Vielleicht ein kleiner Tipp: Versuchen Sie es erst einmal mit kleinen Änderungen der Gewohnheiten. Vielleicht diese hier:

-    Legen Sie sich andersherum in das Bett
-    Stehen Sie mit dem anderen Fuss zuerst auf.
-    Fangen Sie bei einem anderen Zahn an, sich die Zähne zu putzen.
-    Wenn sie nicht beten: Sprechen Sie ein spontanes Morgengebet.
-    Wenn Sie beten: Lassen Sie es mal aus. Sie werden daran nicht sterben und Gott wird es verstehen.
-    Ziehen Sie sich den anderen Schuh zuerst an.
-    Nehmen Sie den anderen Fuss zuerst für die Treppe.

Kommen die Änderungen erst einmal in Gang, bemerken Sie vielleicht noch andere Gewohnheiten und erkennen sie als sinnlos, völlig Ok oder lebensnotwendig.

Und entscheiden selbst, ob es eine liebgewonnene Tradition oder eine störende Gewohnheit ist. Und gelangen vom Kleinen zum Grossen. Und entdecken dabei Gott, der ihnen hilft, das zu erkennen. Falls das schon passiert ist: Glückwunsch zur liebgewonnenen Gewohnheit mit Tradition :-)

- Gero -