------------------------------------

------------------------------------

------------------------------------

ALLES AUF ANFANG - Mitarbeitertagung des CVJM IM NORDEN in Oldau

Es geschah am Freitag, dem 17. November 2017.Um 18.00 Uhr. In Oldau. Im Speisesaal. Um die 80 Leute guckten in die Richtung, in der Marc Gobien gerade eine der hauseigenen Wasserflaschen, die ein jeder bei der Begrüßung bekommen hatte, wie fast durch Zauberei mit Sprudelwasser auffüllte – der Wasserspender in der Ecke machte es möglich. Gelächter und Applaus brandete auf. „Alles auf Anfang! So geht das. Hier geht es los. Alles weitere Organisatorische nach dem Abendessen!“. Und mit einem THANK YOU LORD FOR GIVIN´US FOOD wurde das Wochenende inoffiziell eröffnet. Was war hier los?

Der CVJM IM NORDEN hatte zu seiner Mitarbeitertagung eingeladen, die alle zwei Jahre stattfindet. Dieses Mal in einer unserer zwei Heimatorte – im Anne-Frank Haus in Oldau (nicht bei dem anderen Heimatort Quellerdünen. Dort fand solch eine Aktion zuletzt 1999 statt).Nun wird das das Wort „Tagung“ landläufig mit vielen Sitzungen, langweiligen Powerpoint Präsentation und viel Lernstoff verbunden. Doch dem war hier nicht so. Vielmehr stand zusammenkommen, netzwerken, spielen, singen, kennenlernen, und viel Jesus drei Tage lang auf dem Programm.

Am ersten Abend eröffnet Lenny den Reigen, indem er klassisch das Orgateam vorstellte. Doch noch während er so sprach, platzte plötzlich jemand in den Saal, rief „WIE SIEHT DAS DENN HIER AUS? DAS MUSS ALLES RAUS! ICH BRAUCHE PLATZ FÜR EINEN SEKRETÄR!“ Ein bis zur Unkenntlichkeit verkleideter Christoph jagte alle von den Plätzen, vermaß den Raum millimetergetreu und regelte nebenbei mit Lenny einige Kennlernphasen. Wow, der halbe Norden war vertreten. Der LV Oldenburg und Hamburg zum Beispiel. Oder Brückenschlag Nord/Ost. Viele Ostfriesen. AG Vereine ebenso. Und alle zu Gast im LV Hannover.

Der Sekretär entpuppte sich nicht als Möbelstück, sondern als Hansjörg Kopp, dem Generalsekretär des CVJM Deutschland. Er gab dem Auditorium in seinem Vortrag viel zu denken mit auf den Weg, indem er über das Motto des Wochenendes „Alles auf Anfang“ fesselnd referierte. Seine Fragen werden nun das ganze Wochenende durch die Köpfe geistern. „Was motivierte die Jünger von Jesus überhaupt? Wie konnten Sie einfach so alles fallenlassen und ihm folgen? Es könnte ja ein Fehler sein, ALLES AUF ANFANG zu drehen!“

Das Thema wurde in der folgenden Abendandacht aufgegriffen. Die Andachtsteilnehmer hörten provokante Aussagen wie „Lasst uns viele Fehler machen damit wir viel lernen!“ und hatte kaum Zeit, das zu verdauen. Und warum? Weil die Band mit dem simplen Namen „Projektband des MAT“ so großartig spielte. Und spielte. Und spielte. Sie waren nicht zu bremsen. Und keiner wollte das auch. Was für ein Geschenk!

Schon seit Beginn des Abends tauchte diese fünfköpfige Band (plus zwei außerhalb der Bühne), die sich extra für diesen Abend gefunden hatten, alle Gäste in einen wundervollen Klangteppich. Stimmfest und leidenschaftlich sang die Sängerin Lina Songs wie „10.000 Gründe“, „Cornerstone“ oder „New Day“ ins Mikro, wobei alle Texte per Beamer verfolgt und mitgesungen werden konnten. Dass die Band auch die leisen Töne beherrschte zeigte sich bei Songs wie „Still“ – und natürlich bei „Vater unser“, das bei der Andacht, nicht zum letzten Mal, zur Geltung kam.

Den Abschluss des Abends bildete die Plauderpinte. Dazu wurde die Blockhütte kurzerhand zur Kneipe umgewandelt. Jerry und Silvia bedienten die Gäste mit allerlei Getränk, Brötchen und Süßigkeiten. Unglaublich, wie viele Leute in die Blockhütte hineinpassten. Ein großes Zelt draußen sorgte für eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit. Darüber waren alle Raucher glücklich, keine Frage.

Nach einer ruhigen und für viele viel zu kurzen Nacht ging es nach dem Frühstück ans Eingemachte. Die Projektband ohne eigenen Namen holte die Nachtschwärmer ins Leben zurück.

Fortan wurde in Kleingruppen die Thesen des Abends zusammengefasst, durchdiskutiert und zu Papier gebracht. Alles verbunden mit einer Pause, die natürlich keine Raucherpause war, sondern ein „Social Break“. Und plötzlich war schon Mittagessen und Mittagspause angesagt.

Die Band des Projektes „MAT“ hielt aber wenig davon, schmiss alle Absprachen über Bord und lud schon 30 Minuten vor Beginn der nächsten inhaltlichen Phase viele zum Mitsingen ein. Und viele folgten. Da konnte man aber auch schwer widerstehen.

Nun folgte echte Wo&%sh0p-Arbeit. Hä? Nun ja. Also dieses Wort durfte eben nicht genannt werden. Es wurde als „böses“ Wort gebrandmarkt. Nein, so etwas wäre kein Anfang. Es gab natürlich keine Workshops (ups!), sondern „Points of Interest“.

Alles Dinge, die im CVJM Leben- und damit im richtigen Leben- weiterhelfen können und sollen. Wie geht es Jugendlichen nach der Konfirmation. Wie kann ich Freizeiten ehrenamtlich leiten. Wie schaut man über den Tellerrand, um zu sehen, was andere Vereine machen. Wie drücke ich Wertschätzung aus, geht das auch falsch? So unterschiedlich die Vereine eigener Prägung (wir alle!) auch sind, so gemeinsam ist uns doch, das wir uns ständig verbessern wollen. Das spiegelte sich in den Points of Interest wieder. Jeder nahm sich etwas daraus mit und gab es bereits im Social Break des Nachmittags weiter.

Nach dem Abendessen entstand eine lange Pause, denn Friedemann Hönsch hatte mit seinem Team noch einen Bunten Abend vorzubereiten. Bei der Ankündigung sagte er noch “Bringt Eure Bänder aus der Begrüßungsmappe mit. Es ist für jeden etwas dabei. Ihr braucht keine Angst davor zu haben!“ – und spätestens jetzt schrillen bei erfahrenen CVJMern die Alarmglocken. Denn meistens bedeutet es genau das – Angst davor zu haben.

Doch nicht dieses Mal. Tatsächlich konnte jeder mitmachen, aber keiner musste. Aufgeteilt in vier Teams wurden bei den Spielen immer nur ein paar Leute gebraucht, so dass sich jeder einbringen konnte wenn er wollte. Herrlich. Das sehr sportliche (für die Teilnehmer) und lustige(für die Zuschauer) „Gagaball“ wurde in einer eigens mitgebrachten Arena gespielt. Von „Dalli Klick“ über „Bierpong“ (ohne Bier) und “Schwebende Murmelbahn“ war vieles vertreten. Das lustigste war wohl „Laute Post“ – das genaue Gegenteil von Stille Post. Wie das geht, führt zu weit – einfach mal die Leute fragen die dabei waren. Herrlich. Ich selbst habe lange nicht mehr so intensiv gelacht. Alles auf Anfang!

Wie durch Zauberei war nach dem Spieleabend der Seminarsaal plötzlich wieder andachtsfertig. Tim erzählte seine Geschichte einer langen Heimfahrt, die nur durch Energydrinks kurzfristig gerettet werden konnte, während die Namenlose Band wieder alles gab. Unglaublich, wo diese Energie herkam, hatten sie sich eben bei den Spielen doch scheinbar völlig verausgabt.

Erneut läutete dir Plauderpinte den Abend ein, der vielen die Gelegenheit zu weiteren Gesprächen gab.

Der letzte Tag einer solchen Aktion ist immer derartig furchtbar, dass das Gremium entschlossen hat, ihn zukünftig abzuschaffen. Noch einmal zeigte das Orgateam was in ihnen steckte. Julia führte durch einen Lobpreisgottesdienst, Larissa gab als Bibelstelle Jesu Auferstehung zu lesen (also die Zeit danach) wie es bei Markus steht, und gab alles zur Entdeckung frei. Es ist schon erstaunlich, was aus ein paar Zeilen Text für Erkenntnisse gesammelt werden konnten. Bitte nicht falsch verstehen, aber ist Dir schon mal aufgefallen, das viele wichtige Erkenntnisse damals mit Jesus genau dann passierten, als es Essen gab? Denk mal drüber nach! Die folgende Kollekte wurde für den neu gegründeten CVJM Oferndiek e.V. gesammelt, deren Vorsitzende die Bandsängerin Lina ist. Ja so ein Zufall!

Es kamen bei tatsächlich 236,12 € zustande. Wunderschön, wie ich finde.

Vater unser, Dankeschön, Verabschiedung, Reisesegen, ein letztes Lied der namenlosen Band des Projektes. Und ein letztes Essen im Speisesaal. Christoph holte die Küchenmannschaft um Andrea aus der Küche heraus und bat um akustische Reaktion zum dargebotenen Essen. Was dann folgte war ein Orkan der Lautstärke der Bewunderung, das selbst alten Hasen ganz schwummerig wurde.

Danke, Orga Team, für eine Tagung, die den Namen nicht verdient hat. Es war so viel mehr. Oder um es mit den Worten eines Teilis zu sagen: „Gott hat meinen Akku wieder aufgeladen. Und noch eine richtig fette Powerbank dazugegeben!“

Gero Grübler

Fotos: Kese , Gero Grübler

 

Mehr in dieser Kategorie: « Büchermeile Nr 59 Büchermeile Nr. 60 »