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Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Ps 98,1)

„O, dieses Singen“ stöhnte einmal ein Teilnehmer bei einer KOFF-Fahrt
und fragte: „Müssen wir eigentlich singen?“ Das haben mich Jungen und Männer schon öfter gefragt. Meine Gegenfrage: „Warum nicht? Es ist gut für die Lunge, macht außerdem Spaß und steckt manchmal auch an.“ Aber woher kommt es, dass die Menschen singen? Ist das seit Anbeginn der Schöpfung so? „Nein, durchaus nicht,“ wie der deutsche Dichter Jean Paul (1763 -1825) weiß. Er erzählte einmal folgenden Traum: „Es trat der Schutzengel der Menschen vor Gott und sprach: „Du, unser Herr und Vater, gib deinen armen Menschen doch eine bessere Sprache.“ Gott antwortete: „Warum denn? Sie können doch alle gut sprechen! Ich gab ihnen damit sogar mehr als den Tieren, die können so nicht sprechen.

Was die Menschen haben, das mag für sie genügen!“ „Nein,“ erwiderte der Schutzengel,  „die Menschen können es aber doch nicht zum Ausdruck bringen, wenn sie sich sehr freuen oder wenn sie sehr traurig sind.“ „Doch,“ entgegnete Gott, „wozu gab ich ihnen denn die Tränen  zum Weinen und das Lachen zum Freuen  –  ist das etwa nicht deutlich und gut genug?“ „Nein, es ist nicht genug“ bat der Schutzengel weiter:
„Die Menschen brauchen noch eine andere, höhere Sprache  -  eine Sprache, die aus dem Herzen kommt, und die zum Herzen geht.“
Daraufhin sprach Gott: „Also gut, gehe zu den Menschen hin und lehre sie das Singen.“
So geschah es, dass die Musik und der Gesang den Menschen als Gottesgabe geschenkt wurden. Diese Gabe kann und darf jeder von uns  nutzen und das nicht zu knapp. Wie heißt es doch im Psalm? „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ Um diese Wunder zu bemerken, ist es allerdings nötig, dass wir uns die Augen öffnen lassen, dass wir   s e h e n   und nicht so viel übersehen. Weiterhin ist es hilfreich, wenn wir ein wenig nachdenken über uns kleine Menschen und die großartige Natur. Es ist auch gut, wenn wir daran denken und uns erinnern lassen, wie wir selbst geführt und bewahrt worden sind. In jedem Falle können auch wir mitsingen oder mitsummen, meinetwegen auch mitbrummen, wenn es darum geht, ein Lied in einer Sprache zu singen, die von Herzen kommt und zu Herzen geht.

Mancher hat dabei die Erfahrung gemacht, dass Leid und Schmerz so leichter werden können und die Freude sich oft verstärkt oder sogar vielfältiger wird. Also lieber Nichtsänger oder „Gesangs-Muffel“ lass dich vom Singen anstecken!   Amen.

- Werner -